5000. Maturazeugnis am Abendgymnasium Wien

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Großer Erfolg einer staatlichen Schule für Erwachsene

63 Jahre nach der ersten Matura an der „Arbeitermittelschule am Wiener Henriettenplatz“ werden am 30. Jänner 2014, um 18 Uhr, SPÖ-Nationalratsabgeordneter Harry Buchmayr, Sektionschef Kurt Nekula vom Bundesministerium für Unterricht und Landesschulinspektor Mag. Franz Tranninger vom Stadtschulrat für Wien in einem Festakt die Maturazeugnisse des abschließenden Wintersemesters überreichen.

Somit haben mehr als 5000 Menschen im staatlichen zweiten Bildungsweg in Wien die AHS-Reife und den vollen Hochschulzugang erlangt.   

Im Jahr 1925 wurden Mittelschulkurse als Vorläufer des Abendgymnasiums Wien gegründet und mussten mit der NS-Diktatur eingestellt werden. Unmittelbar nach dem Krieg, im Herbst 1945, meldeten sich auf ein Inserat hin 80 Teilnehmer für den Vorbereitungskurs zur ersten Maturaprüfung, die 1949 noch vor einer Externistenprüfungskommission und ab 1951 vor dem eigenen Lehrkörper stattfand.

Die Ziele der Schule haben sich über die Jahre hinweg nicht geändert. Das Angebot richtet sich an Menschen, die im zweiten Bildungsweg die Matura machen oder nachmachen wollen. Gravierend geändert hat sich sehr wohl aber zum Teil die Zielgruppe. Durch Bildung soll heute die Chance auf bessere Integration, sozialen Aufstieg und – nach wie vor – bessere berufliche Perspektiven ermöglicht werden.

„Wir sind eine Schule, die den Studierenden auf gleicher Augenhöhe begegnet“, beschreibt der Schulleiter Klaus Brandl den Rahmen, in dem die Lehrenden des Abendgymnasiums den Unterricht gestalten. Die jährlichen
250 Absolventinnen und Absolventen entsprechen der Zahl, die zwei große Gymnasien produzieren.

Derzeit besuchen mehr als 1700 Studierende das Abendgymnasium. Ein spezieller Abendschullehrplan ist auf die Bedürfnisse der Studierenden abgestimmt, ansonsten deckt sich Organisation und Bildungsangebot mit dem eines österreichischen Oberstufenrealgymnasiums.

Der kostenlose Unterricht ist erwachsenengerecht und steht Studierenden ab 17 Jahren offen. In vier Jahren kann die Matura erworben werden, Quereinsteiger und Schulabbrecher erfahren eine freundliche Aufnahme, Vorleistungen werden anerkannt.

Das didaktische Konzept sieht Semesterbetrieb, Fernunterricht und Modularisierung vor. Wahlfächer ergänzen den Unterricht. Sitzenbleiben im herkömmlichen Sinn ist ausgeschlossen, einzelne Module können bis zu dreimal wiederholt werden.

Das Abendgymnasium ist auch die einzige Schule Österreichs, in der Türkisch als Zweite lebende Fremdsprache bei der Reifeprüfung abgelegt werden kann. Einführungskurse in den ersten Semestern nehmen auf die unterschiedliche Vorbildung der Studierenden Rücksicht.

Der Bedarf am Schulangebot ist ständig steigend. Probleme ergeben sich aus der hohen Zahl der Interessenten, die nicht alle aufgenommen werden können. Die Schule platzt aus allen Nähten und teilt sich derzeit mit dem Tagesgymnasium am Henriettenplatz das Schulhaus.

Mag. Klaus Brandl, Schulleiter
klaus.brandl@abendgymnasium.at

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